Was geschieht nach dem Eröffnungsverfahren?

Das Verbraucherinsolvenzverfahren wird in der Regel auf Antrag des Schuldners mit staatlicher Kostenstunde eröffnet. Gläubigeranträge und daher auch Abweisungen mangels Masse kommen daher kaum vor.

Da kein Unternehmen, sondern allenfalls pfändungsfähiges Privatvermögens des Schuldners zu verwerten ist, weist das Verbraucherinsolvenzverfahren als Kleinverfahren einige Vereinfachungen gegenüber dem Regelinsolvenzverfahren auf.

Treuhänder statt Insolvenzverwalter

Die Aufgaben des Insolvenzverwalters werden vom Treuhänder wahrgenommen, der auch in dem sich regelmäßig anschließenden Restschuldbefreiungsverfahren tätig bleibt. Der Treuhänder wird wie der Insolvenzverwalter im Eröffnungsbeschluss durch das Insolvenzgericht bestellt. Er hat aber nicht die vollen Rechte eines Insolvenzverwalters, weil er nicht zur Anfechtung von Rechtshandlungen des Schuldners zum Nachteil der Insolvenzmasse berechtigt ist. Eine entsprechende Beauftragung durch die Gläubigerversammlung kommt wegen der damit verbundenen weiteren Kosten praktisch nicht vor. Der Treuhänder ist auch nicht zur Verwertung von Gegenständen mit Absonderungsrechten befugt. Die Verwertung von Sicherheiten steht dem jeweiligen Gläubiger selbst zu.

Gläubigerversammlungen

Ein Berichtstermin findet im Verbraucherinsolvenzverfahren nicht statt, weil keine Entscheidung der Gläubigerversammlung über eine Betriebsfortführung oder die Verwertung von Anlage- und Umlaufvermögen eines Unternehmens zu treffen ist.

Es verbleiben - sofern nicht das schriftliche Verfahren angeordnet wird - nur der Prüfungs- und der Schlusstermin.

Schriftliches Verfahren

Wegen der regelmäßig überschaubaren Vermögensverhältnisse sind viele Insolvenzgerichte auch bei zahlreichen und hohen Verbindlichkeiten dazu übergegangen, grundsätzlich ein schriftliches Verfahren ohne Gläubigerversammlungen anzuordnen.

Vereinfachte Verwertung

In den meisten Verbraucherinsolvenzverfahren findet keine Verwertung von Privatvermögen des Schuldners statt, weil wegen der stark angehobenen Pfändungsgrenzen kein pfändbares Vermögen und damit keine Insolvenzmasse vorhanden sind. Auch wenn nur eine geringfügige Insolvenzmasse vorliegt, kann im Interesse der Gläubiger von einer Verwertung ganz oder teilweise abgesehen werden.

Der Schuldner kann außerdem eine Verwertung durch Zahlung eines Geldbetrages abwenden, was aber praktisch selten ist. Meist endet das Verbraucherinsolvenzverfahren mit der bloßen Feststellung, dass kein verwertbares Schuldnervermögen vorhanden ist.

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